Automarder:
Die Ursachen |
Gleich nachdem in Winterthur der Steinmarder als Automarder überführt worden war, hat man nach Erklärungen gesucht. Waren es Mangelerscheinungen, die den absonderlichen Appetit auf Gummi erklären könnten? Trat das abnorme Verhalten in einem Frühstadium der Tollwut auf?
Lange Zeit hielt sich die Vermutung, daß es Steinmarder nur auf warme Motorräume abgesehen haben. Dem Geruch von heißem Gummi oder den Ausdünstungen der Kunststoffe wurde eine anziehende Wirkung unterstellt, als so eine Art "Marder-Rauschmittel". All diese Annahmen haben sich jedoch als falsch erwiesen.
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| Warum gehen Marder in Motorräume? |
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Ursache des Automarder-Phänomens ist es, dass Steinmarder in den letzten Jahrzehnten gelernt haben, Motorräume von Kraftfahrzeugen zu nutzen. Die starke Zunahme der im Freien parkenden Fahrzeuge machte sie als vielerorts vorhandenen Unterschlupf attraktiv. Dabei hat der überwiegende Teil der Marderbesuche keine Schäden zur Folge.
Die Motorräume werden auf unterschiedliche Weise genutzt:
- Sie dienen als Unterschlupf auf den sonst deckungsarmen Straßen. Die Marder können sich darin verbergen oder kurz ausruhen.
- Oft wird Nahrung im Motorraum versteckt, zum Beispiel Brötchen oder Eier.
- Jungtiere nutzen Motorräume als Spielplatz.
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| Warum beißen Marder in Kabel? |
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Für das Zerbeißen von Dämmmaterialien, Kabeln, Kühlschläuchen und Ähnlichem gibt es drei mögliche Ursachen:
- Das Erkundungsverhalten: So wie wir Menschen uns interessant erscheinende Gegenstände betrachten, in die Hand nehmen und betasten, so schnuppert ein Steinmarder zunächst daran und bebeißt dann den Gegenstand, er prüft ihn mit den Zähnen.
- Das Spielverhalten: Das Spielen mit Objekten ist bei Steinmardern besonders ausgeprägt. Es ähnelt dem Erkundungsverhalten, wird aber "überschwenglicher" und mit mehr Ausdauer ausgeführt. Spielverhalten ist besonders häufig bei Jungtieren zu beobachten.
- Das aggressive Beißen: Dieses Verhalten dürfte die Hauptursache für gravierende Schäden im Motorraum darstellten. Es tritt vermutlich vor allem dann auf, wenn ein erwachsenes Männchen im Motorraum auf die Duftspur eines anderen Steinmardermännchens trifft. Dies ist häufig bei Parkplatzwechseln zwischen verschiedenen Marderrevieren der Fall oder auch an Reviergrenzen denkbar. Durch den Geruch des vermeintlichen Rivalen provoziert, lenkt der Marder sein aggressives Verhalten auf Zündkabel und Kühlschläuche um. Dies erklärt, warum die meisten Marderschäden im Frühjahr auftreten: Zu dieser Zeit sind die Männchen besonders aktiv und aggressiv, da sie ihre Reviere für die bevorstehende Paarungszeit ausdehnen wollen.
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