Informationen über einheimische Marderartige:
Hermelin, Großes Wiesel (Mustela erminea Linné, 1758)
Das Hermelin zeichnet sich durch seine langgestreckte, schlanke Gestalt aus. Trotz seiner Kleinheit ist es ein erfolgreicher Jäger und kann Beutetiere bis zu Kaninchengröße überwinden. Bekannt ist das Hermelin leider vor allem auf Grund seines wertvollen Winterfells. Das Tragen des weißen Pelzes mit den schwarzen Tupfen (den Schwanzspitzen) bleibt den höchsten Würdenträgern vorbehalten.
|
Die Umfärbung des Hermelins
|
 |  |  |  |
| Zeit- und Raumnutzung |
 |
 |
Hermeline besiedeln die verschiedensten Lebensraumtypen. Sie bevorzugen abwechslungsreiche Landschaften mit Feldrainen, Hecken oder Feldgehölzen. Geschlossene Wälder werden gemieden, Waldränder, Kahlschläge und Lichtungen dagegen gern besiedelt.
Aktivitäts- und Ruhephasen wechseln in Rhythmen von drei bis fünf Stunden. Die Tiere sind meist zwischen 10 und 45 Minuten, mitunter aber bis zu vier Stunden lokomotorisch aktiv. Im Winter sind sie verstärkt nachts, im Sommer eher tagaktiv. Als Schlafplätze nutzen sie Maulwurfs- und Hamsterbaue, erweiterte Gangsysteme von Mäusen oder Kaninchenbaue. Auch in hohlen Bäumen, unter Wurzeln oder in Stein- und Holzhaufen finden sie Unterschlupf.
Die Größe der Streifgebiete liegt zwischen 2 und 40 ha. Rüden besetzen durchschnittlich größere Streifgebiete als Fähen. Darüber hinaus besteht auch ein Zusammenhang mit der Nahrungsdichte. Bei knapperem Angebot an Beutetieren sind die Streifgebiete größer.
Rüden und Fähen verteidigen ihr Gebiet gegen gleichgeschlechtliche Artgenossen, die Reviere von Rüden und Fähen können sich überlappen (intrasexuelle Territorialität).
Hermeline scheinen eine ungleichmäßige Nutzung ihres Reviers auszuüben. Sie halten sich für eine variable Zeitdauer überwiegend nur in einem Teilbereich ihres Streifgebietes auf und jagen dort. Je nach Beutedichte wechseln sie dann in einen anderen Teil über.
Während die Fähen das ganze Jahr über seßhaft sind, geben die Rüden im Frühjahr mit Beginn der Paarungszeit ihr Territorium auf. Sie zeigen dabei möglicherweise zwei unterschiedliche Strategien: Ein Teil der Rüden bleibt in seinem Streifgebiet, verteidigt es aber nicht mehr. Er sucht dort ansässige Weibchen häufig auf und wird sich daher mit hoher Wahrscheinlichkeit mit ihnen paaren. Andere Rüden, insbesondere die dominanten Individuen, verlassen ihre Streifgebiete und wandern weiträumig umher, um auf möglichst viele Weibchen zu treffen.
|
|
| Literatur |
 |
 |
- King, C. (1989): The Natural History of Weasels and Stoats. Christopher Helm, London.
- Reichstein, H. (1993): Mustela erminea Linné, 1758 - Hermelin. In: Stubbe, M. & Krapp, F.: Handbuch der Säugetiere Europas. Aula-Verlag, Wiesbaden: 533-570.
|
|